Anton Wimmer

Eisendreher. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1885    † 1944

 

Lebenslauf

Anton Wimmer wurde am 15.5.1885 in Wien geboren. Er arbeitete als Eisendreher. Von 1905 - 1929 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich. Er war Gemeinderat und Betriebsobmann. Von 1930 - 1933 war er in der Sowjetunion.

Mitglied einer Widerstandsgruppe im Süden Wiens

Anton Wimmer war Mitglied einer im Süden Wiens agierenden kommunistischen Widerstandsgruppe.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 29. 7. 1943 wurde Anton Wimmer verhaftet und am 20. 4. 1944 gemeinsam mit Johann Knize, Josef Knize, Felix Kolar, Wilhelm Jursitzky und Rudolf Haider (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 21.6.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Wimmer gab bereits in der österreichischen Systemzeit Spenden für die Angehörigen politischer Häftlinge. Als im Jahre 1940 der Angeklagte Jursitzky erneut deswegen an ihn herantrat, zahlte er mehrfach Spenden in Höhe von je 1. – RM und von Sommer 1942 bis zum Mai 1943 fortlaufend monatliche Beträge von durchschnittlich 5. – RM. Ferner lieferte er dem Jursitzky auch die Beiträge seines Arbeitskameraden Hadacek ab.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen